International Women’s Day und eine persönliche Geschichte

Heute ist der International Women’s Day. Moroccanoil hat letztes Jahr seine erste globale multimedia Kampagne INSPIRED BY WOMEN gestartet. Schon eine einzige Frau kann etwas verändern. Um den Erfolg der Kampagne 2015 weiterzuführen, werden ausgewählte Blogger aus aller Welt auf den Moroccanoil Social Media Kanälen gefeatured. Nun wollten sie eben auch von mir wissen welche Frau mich inspiriert hat und warum. Da musste ich nicht lange überlegen, denn es gibt keinen Menschen der mich mehr inspiriert hat als meine bereits verstorbene Oma. Mein Zitat dazu findet ihr auf dem Bild!

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International Women’s Day und eine persönliche Geschichte

Diesen Tag möchte ich auch dazu nutzen euch mal etwas persönliches von mir zu erzählen. In den meisten Posts blende ich privates ja meist recht gut aus und gebe euch selten einen tieferen Einblick in mein Privatleben. Aber so eine Person bin ich auch im „realen“ Leben. Ich lasse andere Menschen meist nicht wissen wie es mir wirklich geht oder was mir Sorgen bereitet. Nichts desto trotz erzähle ich euch heute etwas über meine Oma.

Meine Oma wurde leider nur 66 Jahre alt und als sie vor sieben Jahren aufgrund einer kurzen, schweren Krankheit gestorben ist dachte ich mir das sei ein schlechter Scherz. Es war ein Dienstag und ich blieb von der Schule zuhause weil es mir irgendwie nicht gut ging und ich mich einfach unwohl fühlte. Ich hatte ja keine Ahnung dass um 08:30 das Telefon läuten und meine Mama dann zitternd unter meinem Hochbett stehen würde. Diesen Tag, die ganze Situation, die Blicke und Gesten werde ich mein ganzes Leben nie vergessen. Sie sagte nur: „Verena komm runter es ist etwas passiert!“ Da wusste ich schon es muss etwas schlimmes sein, denn sonst nennt sie mich nie beim Vornamen. Als sie dann sagte dass meine Oma bei der letzten Operation gestorben sei, wurden meine Knie ganz weich und zum ersten Mal in meinen Leben erfuhr ich wie sich das Gefühl eines schmerzhaften Verlustes anfühlt.

Die Tage bis zum Begräbnis habe ich nur geweint, aber während der eigentlichen Trauerfeier in der mehr als überfüllten Kirche war ich wie ausgetrocknet. Es war für mich so surreal. Mir gingen tausende Gedanken und Erinnerungen durch den Kopf und ich konnte mir absolut nicht vorstellen dass meine liebe Oma in dem Sarg ein paar Meter vor mir lag. Erst als nach dem Begräbnis Oma’s beste Freundin (die ich übrigens immer noch jedes Monat besuche) auf mich zukam und sagte: „Wie gern hätte deine Oma dich zu deinem Maturaball begleitet!“ schossen die Tränen aus mir heraus. Da wusste ich dann mit einem Schlag, dass das leider nie passieren wird. Auf einmal wurde der schmerzhafte Verlust richtig real.

Während ich diese Zeilen tippe steckt mir ein richtiger Klos im Hals, denn ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich ihren Tod nicht akzeptieren und dadurch auch nicht damit abschließen kann. Das ist wahrscheinlich auch der Grund warum ich noch nie an ihrem Grab war. Ich würde wahrscheinlich nur vor diesem kalten, grauen Stein stehen und mich fragen was ich hier tue. Ich bin die ersten 10 Jahre meines Lebens bei meiner Oma aufgewachsen und demnach war sie wie eine 2. Mama für mich. In dieser Zeit hat sie mir so viel beigebracht und mich nach der guten alten Schule erzogen. Auch als ich dann mit Mama in ein anderes Dorf gezogen bin, holte mich der Mann von Oma’s bester Freundin noch 2-3 Mal pro Woche von der Schule ab, damit ich bei Oma essen und mit ihr lernen kann. Ihr verdanke ich meinen schulischen und demnach auch meinen beruflichen Erfolg. Sie ist genau ein halbes Jahr vor meiner Matura gestorben und ich weiß wie gerne sie diesen Abschluss erlebt hätte. Wegen ihr ziehe ich Dinge durch auch wenn sie mir mal nicht so gut gefallen, denn ich weiß wenn ich meiner Oma sagen müsste dass ich etwas abgebrochen hätte oder nicht weiter machen will, sie enttäuscht wäre.

Oma wollte immer dass etwas aus mir wird und dass ich meinen eigenen Weg gehe. Ich bin so froh dass sie mir von früher und ihrem Leben so viel wie möglich vermittelt hat, denn so ist aus mir eine selbständige Frau geworden.

Nun, einige Tränen später, wisst ihr nun über meine immer noch intensive und inspirierende Beziehung zu meiner Oma Bescheid. Ich denke auch nach diesen 7 Jahren noch beinahe täglich an sie, weil es einfach so viele Alltags-Situationen gibt die mich an sie erinnern. Natürlich wünsche ich mir jeden Tag aufs Neue dass ich aufwache und ich sie regelmäßig besuchen könnte. Sie würde meinen Freund, Mocca und noch so viel anderes aus meinem Leben kennen lernen. Sie wäre auch bestimmt einmal die beste Uroma aller Zeiten geworden. Dennoch war ihr Tod nicht „umsonst“. Da ich stets ein positiv denkender Mensch bin habe ich über die Jahre auch erkannt was diese Situation „Gutes“ mit sich gebracht hat und immer wieder nach Gründen gesucht warum es so gekommen ist.

Da meine Oma ein sehr positiver und lebensfroher Mensch war, wurde ihr ein langer Leidensweg erspart und so kann ich sie als meine lustige Oma in Erinnerung behalten. Ich denke eine vor schmerzen leidende Oma die anschließend den Kampf verliert, hätte mein Bild möglicherweise auch etwas getrübt. Auch stellte sich kurz nach ihrem Tod heraus auf welche Familienmitglieder man sich verlassen kann und wer all die Jahre nur deine Zeit geraubt hat. Nichts desto trotz überwiegt klarerweise der Schmerz der immer noch sehr tief sitzt.

Auf dem Bild seht ihr übrigens meine Oma und mich als Kleinkind. Ja, der blonde kleine Junge bin ich. ;) Das war bei einem unserer Ausflüge mit dem Modelleisenbahnklub. Das hat sie mir jedes Jahr zum Geburtstag geschenkt und das war immer eine ganz besondere Reise für mich.

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Welche Frau hat euch inspiriert? Teilt es zusammen mit mir auf euren Social-Mediakanälen! @whoismocca #inspiredbywomen

Verena

Verena

CEO, Editor

Verena-Annabella Raffl gründete ihren Fashion Blog Anfang 2013. Der Outfit und Style Blog konnte sich in kurzer Zeit in der Blogosphäre etablieren und zählt zu den erfolgreichsten Blogs im deutschsprachigen Raum.

10 Comments
  1. Ein wundervoller Post über deine Oma! Ich hatte ein ähnliches Verhältnis zu meiner Oma und .. vor 7 Jahren ist meine Oma ebenfalls nach einer kurzen, völlig überraschenden Krankheit mit 68 jahren verstorben. Meine Oma hat mir seit ich 16 war jedes Jahr etwas vom Familienschmuck geschenkt. Als ich klein war fand ich das total doof, aber jetzt bin ich so froh drum, weil es einfach wunderschöne Erinnerungsstücke sind und ich denke immer an sie, wenn ich es trage ♥

  2. Hee du!
    Ein sehr berührender Post. Ich glaube, es gehört mit zu den besten Dingen,
    einen Menschen zu haben, der einen so tief in der Seele berührt. Und mit zu
    den schmerzhaftesten, ihn zu verlieren.
    Deine Oma hört sich nach einem sehr liebenswerten Menschen an.
    LG Jasi

  3. So ein schöner Post Verena! Deine Worte haben mich wirklich berührt! Deine Oma muss ein ganz wundervoller Mensch gewesen sein und ich bin mir sicher, dass sie sehr, sehr stolz auf dich wäre! Es erinnert mich ein kleines bisschen am meine „Ersatzoma“, auch sie ist vor 2 Jahren gestorben und ich kann es bis heute nicht fassen, Ich vermisse sie noch ganz, ganz oft. Ich behalte sie in meinem Herzen, dort ist sie weiterhin lebendig.

    Fühl dich gedrückt!

    Liebe Grüße
    Monique

  4. Der Schmerz vergeht wohl nie, was ich mehr als gut nachvollziehen kann. Ich finde es schön, dass deine Oma dich so umsorgt hat und ihr viel Spaß zusammen hattet. Das Foto von euch beiden ist zum knutschen.

  5. Liebe Verena!

    Dein sehr persönlicher Text über deine Oma hat mich sehr berührt. Es ist das schlimmste, was einem passieren kann, einen Menschen zu verlieren, den man über alles liebt und auch wenn es schon sieben Jahre her ist, so möchte ich dir trotzdem noch mein Mitgefühl und Beileid ausdrücken. Ich bin mir sicher, deine Oma wäre, nein, IST sehr stolz auf dich und auf all das, was du bis jetzt erreicht hast. Wie du die traurigen Momente beim Begräbnis geschildert hast, hat mich sehr bewegt und da ist mir sogar eine klitzekleine Träne runtergekullert. Als mein Papa vor zwei Jahren gestorben ist, war das Begräbnis für mich auch so surreal, genauso wie bei meinem Opa, der 6 Jahre zuvor verstorben ist. Ich konnte auch kaum weinen. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass man von Beleidsbekundungen einfach so überschlagen wird, obwohl man am liebsten seine Ruhe haben möchte. So traurig die Sache auch ist, aber zumindest kannst du deine Oma in schönen Erinnerungen behalten und musstest nicht hilflos zusehen, wie sie leidet.

    Einen geliebten Menschen, den man verloren hat, wird man immer vermissen, aber es sind die schönen Momente, die uns trösten und uns ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Das Foto von euch beiden ist wirklich wunderschön.

    Fühl dich ganz lieb gedrückt.

    Liebste Grüße
    Lisa

  6. Ein sehr schöner Beitrag! Bei uns in Russland war der 8. März und ist noch heute ein richtiger Feiertag mit Geschenken und allem pipapo. Für mich sind große Vorbilder auf jeden Fall Emma Watson und Lady Gaga. Zwei wahnsinnig starke und bewundernswerte Frauen. Meine Oma würde ich jedoch an die Spitze stellen.

    Grüße und einen gelungenen Start in die neue Woche!

    mtrjschk.blogspot.de

  7. Ich finde es toll, dass du diese wirklich sehr private Geschichte mit uns teilst, denn das ist nicht selbstverständlich und hat auch sicherlich ein wenig Mut gekostet. Hut ab dass du daraus auch viel positives ziehst und du kannst super stolz auf deine Omi sein und sie genauso auf dich! :)

    Liebste Grüße Dilara von
    http://www.dilarafeenstaub.wordpress.com

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