Im Fokus: Work-Life-Balance vs. Work-Life-Effectiveness

Die meisten von uns haben eine persönliche Vorstellung davon, was ein ausgewogenes Outfit ausmacht. Aber wie sieht’s eigentlich mit einem ausgewogenen Lebensentwurf aus? Die „Work-Life-Balance“ ist ein Stichwort, das einem, besonders als Selbstständige, bei jeder Gelegenheit von neunmalklugen Verwandten und Bekannten an den Kopf geworfen wird. Aber was ist wirklich dran an dem knackig formulierten Trendbegriff? Und ist die Work-Life-Balance tatsächlich der Schlüssel zum Lebensglück? Dem wollen wir heute auf den Grund gehen!

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Arbeitest du noch oder lebst du schon?

„Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ in etwa so lautete wohl die Lebensphilosophie der Generation unserer Großeltern. Bis ins 21. Jahrhundert hat diese Einstellung einige Metamorphosen durchlaufen – aus der pflichtbewussten Arbeitsmoral wurde in den 90ern „work hard, party harder“ und schließlich, mit dem Erwachsenwerden der sinnsuchenden Genration Y, die trendige „Work-Life-Balance“.

Das Prinzip der Work-Life-Balance ist ziemlich selbsterklärend – es soll Workaholics dabei helfen, ein Gleichgewicht zwischen ihrer Arbeit und ihrem Privatleben zu finden. Diverse Life-Coaches bieten Schulungen in diesem Bereich an, oft auch mit sehr gutem Feedback seitens der Teilnehmer. Kritiker dieser Methode macht aber bereits der Titel stutzig: Ist die Arbeitszeit nicht eigentlich auch ein Teil des Lebens?

Wie kam es also dazu, dass viele heutzutage ihre Arbeit als ein notwendiges Übel ansehen, das sie am liebsten aus ihrem Leben ausklammern würden? Die Antwort liegt wohl auf der Hand: Je besser die Bedingungen sind, desto mehr können wir uns leisten, unzufrieden zu sein. Das beweist schon die Zeitgeschichte: War man vor 50 Jahren noch froh über ein sicheres Einkommen und ein behagliches Zuhause, wollen wir heute das Maximum an Unterhaltung, Fitness und neuen Erfahrungen in unserer Freizeit erreichen.

Es stimmt schon, denn wir können uns aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage solche Ansprüche durchaus zugestehen – aber sind sie tatsächlich so erfüllend? Oder kann es sein, dass einem das Streben nach der perfekten Lebensgestaltung oftmals mehr Stress als Freude beschert? Im Gegensatz zu produktivem Arbeitsstress, der oft mit messbarem Erfolg belohnt wird, kann das private Pendant, nämlich Freizeitstress, manchmal ganz schön unbefriedigend und vor allem teuer werden.

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Den Job leben, mit innerer Balance!

Die strikte Trennung von harter Pflicht und Freizeit-Vergnügen ist nicht unbedingt natürlich – schließlich kann man die Arbeit ja ohnehin auch privat schlecht aus Gedanken und Gesprächen verbannen. Und wer seinen Job nur aufgrund des Begriffs Work-Life Balance als eine negative Belastung wahrnimmt, vermiest sich am Ende noch schöne Freizeitmomente, wenn er an seine bevorstehende Bürozeit denkt.

Wenn wir ganz ehrlich sind, hat eine gelungene Lebensgestaltung doch irgendwie viel mit unserem Mindset zu tun. Wer die Arbeit als einen selbstverständlichen, profitablen und spannenden Teil seines Lebens sieht, wird vielleicht auch Überstunden und entfallene Urlaubstage leichter hinnehmen.

Und auch wenn es jetzt vielleicht ein bisschen hart klingt – aber ist Arbeit nicht eigentlich eine Grundvorraussetzung dafür, dass wir überhaupt unseren Lebensstandard  genießen können? Oder von welchem Geld könnten wir uns sonst ruhigen Gewissens den Fairtrade Latte beim nächsten Shopping-Bummel gönnen?

„Find a job you love and you will not work a day in your life“

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Hallo Work-Life-Effectiveness!

Weil Arbeit nicht nur das nötige Kleingeld im Börserl klingeln lässt, sondern obendrein auch noch Struktur und bestenfalls Lebenssinn stiftet, raten erfahrene Psychologen zum Konzept der Work-Life-Effectiveness. Die Bezeichnung ist vermutlich wieder etwas unglücklich gewählt – besser wäre vielleicht: „Find a job you love and you will not work a day in your life“, aber das klang wohl nicht fancy genug.

Aber „Wortklauberei“ beiseite, die Work-Life-Effectiveness ist wirklich ein gutes Rezept für Zufriedenheit. Im Prinzip geht es darum, eine Beschäftigung zu finden, die die eigenen Stärken unterstützt und die somit auch viele Erfolgserlebnisse bringt. Mit dem richtigen Job und der dazu passenden, positiven Einstellung fällt auch das Verlangen nach der organisatorischen Balance weg. Die Ausgeglichenheit ist dann eher ein Lebensgefühl und nicht mehr ein Kalender, auf dem Arbeit und Freizeit in unterschiedlichen Farben mit strikten Uhrzeiten notiert und getrennt sind.

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Ausgeglichenheit im Job? Unsere Top 3 Lifestyle-Mythen!

Im selben Atemzug mit der Work-Life-Balance werden oft einige Strategien genannt, die dabei helfen sollen, die „Lebenszeit“ zu optimieren. Manche von ihnen sind aber, ähnlich wie Wasserfasten im Fitness-Bereich, mit Vorsicht zu genießen. Hier sind unsere Top 3 Lifestyle-Mythen, die man besser nicht zu ernst nehmen sollte.

  1. Exzessiver Digital Detox: Schon klar, viele schwören darauf, einige Tage komplett offline zu gehen. Aber man sollte auf keinen Fall verzweifeln, wenn man diesen Trend nicht umsetzen kann oder möchte. In vielen Berufen stellt man sich sogar selbst ein Bein, wenn man sich zu lange vom Netz nimmt. Und wenn man keine negativen emotionalen Auswirkungen durch sein Smartphone feststellt, muss man es auch nicht unbedingt aus gewissen Lebensbereichen verbannen. Meistens merkt man selbst genau, wenn man mal ein paar Stunden im Flugmodus braucht. Manchmal kann es aber auch Stress vermindern gemütlich durch Pinterest zu stöbern – hier sollte das Bauchgefühl den Ton angeben und nicht ein Lifestyle-Guru.
  2. Die Freizeit-Agenda: Raus aus dem Büro und ab in den Flieger für den nächsten Wochenendtrip? Gute Idee, aber nicht, wenn man die Reise nur aus gesellschaftlichem Druck antritt. Wir haben doch alle diese perfekt gebräunten Freunde, die ihre Instagram-Profile mit den tollsten Fotos von ihren Trips befüllen…Aber, auch wenn uns viel vormachen, dass man nur dann erfüllt lebt, wenn man möglichst viel er-lebt: Freizeitstress ist auch Stress. Wenn man am verlängerten Wochenende lieber im Couchpotato-Modus über zukünftige Projekte nachdenkt, ist das auch vollkommen legitim! Und irgendwoher müssen ja schließlich auch die ganzen Insta-Posts mit den Wollsocken und den Kaffeetassen kommen.
  3. Burnout-Gefahr: Wenn man manchen Ratschlägen von Freunden und Verwandten lauscht, könnte man glatt den Eindruck bekommen, ein Burnout fängt man sich leichter ein, als einen Sonnenbrand. Natürlich ist mit dem beruflichen ausgebrannt sein nicht zu spaßen, aber wer in einem verträglichen Ausmaß und vor allem in einem erfüllenden Job arbeitet, hat ein relativ geringes Risiko, in diese ungesunde Spirale zu geraten. (Im privaten Umfeld gab es bereits einen Burnout-Fall, darum können wir die Stufen, Auswirkungen und den Aufbau dessen sehr gut nachvollziehen!) 
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3 Tipps gegen negativen Frust!

Im Gegensatz zu diesen, oft schwer greifbaren und noch schwerer umsetzbaren Pseudo-Tipps gibt es aber durchaus Mantras, die dabei helfen können, sich wohl mit sich selbst und seinem Job zu fühlen. Diese 3 Tipps helfen dabei, negativen Stress und Frust zu vermeiden, bevor sie entstehen.

  1. Mach dir die Welt, widewidewie sie dir gefällt: Das heißt jetzt nicht, sich ein Pferd und einen Affen zuzulegen, sondern eine positive Grund-Einstellung und einen spannenden Job. In einem gewissen Alter weiß man meistens instinktiv, wo die eigenen Kompetenzen liegen – wenn man dann noch keine erfüllende Arbeit in diesen Bereichen gefunden hat, kann eine Jobberatung helfen, eine Tätigkeit zu suchen, in der man voll aufgeht.
  2. Passion pays: Vielleicht denkt ihr euch jetzt: Na toll, aber was, wenn ich mit dem was mich erfüllt kein Geld verdienen kann? Für dieses Problem hat leider noch niemand die ultimative Lösung gefunden. Aber in der Praxis bestätigt sich, dass ein Kompromiss auf lange Sicht auch glücklich machen kann. Im Zweifelsfall ist immer diese Option die erfüllendste, auch wenn sie vielleicht schlechter bezahlt ist als andere Stellen. Beispiel: Man liebt Blumen und möchte lieber Florist als Banker sein, auch wenn Floristen schlechter bezahlt werden.
  3. der Weg entsteht beim Gehen: Überraschender Weise sind es oft Selbstständige, die sich am wenigsten über mangelnde Freizeit beschweren. Aber warum ist das so? Vielleicht, weil sie ein klares Ziel vor Augen haben und eine Mission verfolgen. Diese Arbeitseinstellung kann man sich für jeden Karrierebereich abschauen, frei nach dem Motto: Wachse mit deinen Herausforderungen und erreiche Beeindruckendes.

Wir sind gespannt auf eure Meinungen und Gedanken zum Thema Work-Life Balance vs. Work-Life-Effectiveness! 

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Reni

Reni

Redakteurin bei Who is Mocca?

Reni ist seit Anfang 2016 Teil des Teams von Who is Mocca?. Sie wirkt in vielen Kategorien des Mode und Interior Magazins als Redakteurin mit. Ihre Beiträge umfassen Themen wie Modetrends, Beauty-Tipps und Interior. Vom Trendreport bis zum Deko-DIY ist alles mit dabei.

4 Comments
  1. Also ich muss an meiner Work-Life Balance auf alle Fälle dringend arbeiten.
    Ich bin ja auch Selbsttändig und zur Zeit mache ich außer arbeiten, Haushalt und schlafen leider überhaupt nichts…
    Ich hoffe das ändert sich bald wieder. ;)
    Deine Tipps finde ich klasse. :)
    Liebste Grüße Tamara

  2. Ich denke, dass es auch Typensache ist. Jemand, der einfach fürs Selbständigsein gemacht ist, wird immer unglücklich sein in einem Angestelltenverhältnis. So ist es zumindest bei mir. Ich muss selbständig sein, sonst gebe ich mir die Kugel, haha. Dafür arbeite ich auch gerne viel viel mehr.

    Aber im Grunde ist es richtig, man muss etwas tun, das die eigenen Stärken fördert und Spaß macht.

    Eine schöne Woche noch.
    Liebst
    Eve von http://www.eveblogazine.com

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